Gesetzlicher Mindestlohn und Branchenmindestlohn
Der gesetzliche Mindestlohn gilt bundesweit in allen Branchen. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er 13,90 € brutto je Stunde, zum 1. Januar 2027 ist eine Erhöhung auf 14,60 € vorgesehen.
Ein Branchenmindestlohn beruht auf einem Tarifvertrag, der nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) für die ganze Branche verbindlich gemacht wurde. Wo es ihn gibt, liegt er höher und gilt für alle Betriebe, die solche Arbeiten in Deutschland ausführen, auch für ausländische und nicht tarifgebundene.
Bauhauptgewerbe: seit 2022 kein Branchenmindestlohn
Für Maurer, Betonbauer, Zimmerer und die anderen Berufe des Bauhauptgewerbes galt bis Ende 2021 ein eigener Mindestlohn. Die letzte Verordnung für das Bauhauptgewerbe, die Zwölfte Bauarbeitsbedingungenverordnung (12. BauArbbV, BAnz AT 30.04.2021 V2), ist mit Ablauf des 31. Dezember 2021 außer Kraft getreten. Eine Nachfolgeverordnung gibt es bisher nicht (geprüft am 19.10.2026). Untergrenze ist dort deshalb der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 €/h.
Baubranchen mit Branchenmindestlohn
| Branche | Mindestsatz | Gültig ab |
|---|---|---|
| Dachdeckerhandwerk — ungelernt | 14,96 €/h | 01.01.2026 |
| Dachdeckerhandwerk — Geselle | 16,60 €/h | 01.01.2026 |
| Gerüstbauerhandwerk | 14,35 €/h | 01.10.2026 |
| Elektrohandwerk | 14,93 €/h | 01.01.2026 |
| Maler- und Lackiererhandwerk — Geselle | 16,13 €/h | 01.07.2026 |
Im Maler- und Lackiererhandwerk wurde die Untergrenze für ungelernte Kräfte nicht fortgeführt — für sie gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 €/h. Die vollständige und laufend aktualisierte Übersicht veröffentlicht die Zollverwaltung auf zoll.de.
Mindestlohn für Bauhelfer 2026
Für Bauhelfer gibt es keinen eigenen Satz. Entscheidend ist, in welchem Gewerk der Betrieb arbeitet:
| Bauhelfer im … | Mindestens | Grundlage |
|---|---|---|
| Bauhauptgewerbe (Maurer-, Beton-, Tiefbaustellen) | 13,90 €/h | gesetzlicher Mindestlohn |
| Dachdeckerhandwerk | 14,96 €/h | Branchenmindestlohn, ungelernt |
| Gerüstbauerhandwerk | 14,35 €/h | Branchenmindestlohn |
| Elektrohandwerk | 14,93 €/h | Branchenmindestlohn |
| Maler- und Lackiererhandwerk | 13,90 €/h | gesetzlicher Mindestlohn (keine Untergrenze für Ungelernte) |
Mindestlohn für Maurer, Zimmerer und Straßenbauer
Maurer, Betonbauer, Zimmerer und Straßenbauer gehören zum Bauhauptgewerbe. Dort gibt es seit 2022 keinen Branchenmindestlohn, also zählt der gesetzliche. Das betrifft Gesellen und Helfer gleichermaßen:
| Beruf | 2026 | ab 1.1.2027 |
|---|---|---|
| Maurer | 13,90 €/h | 14,60 €/h |
| Betonbauer | 13,90 €/h | 14,60 €/h |
| Zimmerer | 13,90 €/h | 14,60 €/h |
| Straßenbauer | 13,90 €/h | 14,60 €/h |
| Bauhelfer im Bauhauptgewerbe | 13,90 €/h | 14,60 €/h |
Diese Sätze sind die gesetzliche Untergrenze. Tarifgebundene Betriebe zahlen die Löhne aus dem Tarifvertrag, und auf dem Markt liegen Stundenlöhne für erfahrene Fachkräfte meist darüber. Für Dachdecker, Elektriker, Maler und Gerüstbauer gelten die Branchensätze aus der Tabelle oben.
Mindestlohn 2027: 14,60 € pro Stunde
Am 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € auf 14,60 € brutto je Zeitstunde, also um 70 Cent oder rund 5 % (§ 1 Nr. 2 MiLoV5). Er gilt für Arbeitgeber mit Sitz im In- oder Ausland, die Arbeitnehmer in Deutschland beschäftigen (§ 20 MiLoG), und damit auch für Bauhelfer, die eine polnische Firma entsendet.
| Stunden im Monat | 2026 (13,90 €/h) | 2027 (14,60 €/h) | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 160 | 2.224,00 € | 2.336,00 € | +112,00 € |
| 173 (40-Stunden-Woche) | 2.404,70 € | 2.525,80 € | +121,10 € |
| 200 | 2.780,00 € | 2.920,00 € | +140,00 € |
- Stundenlöhne unter 14,60 € in Arbeitsverträgen und Angeboten zum 1. Januar 2027 anheben.
- Kalkulation laufender Aufträge prüfen, die über den Jahreswechsel gehen.
- Für Dachdecker, Elektro, Maler und Gerüstbau die für 2027 geltende Branchenverordnung prüfen.
- Stundenzettel und Lohnabrechnung ab Januar mit dem neuen Satz rechnen.
Was auf den Mindestlohn angerechnet wird
- Angerechnet wird nur das Entgelt für die tatsächlich geleistete Arbeit.
- Nicht angerechnet werden Zuschläge für Überstunden, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Erschwerniszuschläge.
- Aufwandsentschädigungen und Fahrtkostenerstattungen zählen nicht als Entgelt.
- Abzüge für Unterkunft und Transport dürfen den Lohn nicht unter die Untergrenze drücken — überhöhte Unterkunftskosten sind ein klassischer Prüfpunkt.
- Fällig ist der Lohn spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats.
Arbeitszeitaufzeichnung
Am Bau besteht die Pflicht, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit jedes Mitarbeiters aufzuzeichnen — spätestens sieben Tage nach der Arbeitsleistung. Die Unterlagen sind zwei Jahre aufzubewahren und auf Verlangen in deutscher Sprache vorzulegen.